Artikel-Nr.:                                         BAUER (Re-)Quinto 9 3/4                                        400 EUR

   Co03                                                  Spielfläche: ca. 25 cm                              

 Höhe: ca. 74,5 cm

Gewicht: 10,5 kg

Spannhaken: 10 mm, 5 Stück

abgerundeter Spannreifen

Kessel: Zeder (massiv)

Fell: Original BAUER Kuh (ca. 3mm)

Herstellungsland: Brasilien

 

Tolle, super knackige (Re-)Quinto des RAUL-Nachfolgers aus Brasilien.

Diese tolle Trommel stammt aus BAUERs Anfangszeit, in der die Bauweise und auch die Qualität noch quasi identisch war mit den klassischen RAUL (Dry & Warm) inkl. der innenseitig eingenieteten Seele (Alma) an der Schlagkante zur Formstabilisierung. Der einzig echte Unterschied ist ein Gummiring am Fuß und Gummiunterlagen unter den Spannböcken/Sideplates. Außerdem hat sie einen abgerundeten Spannreifen - so wie die letzten RAUL ja auch schon.

Der Zustand ist sehr gut und die Gebrauchsspuren beschränken sich auf ein paar minimale Macken, von denen die 2 schlimmsten auf dem letzten Foto zu sehen sind. Außerdem war an einer Hakenöse des Spannreifens die Verchromung abgeblättert. Ich habe die Stelle mit einem Chromlack ausgebessert. Auch das ist auf dem letzten Foto dargestellt.

Solch kernige (Re-)Quintos sind heutzutage eine Seltenheit, weil die großen Hersteller schon vor etlichen Jahren beschlossen haben, solche Spielflächendurchmesser nicht mehr zu bauen bzw. nur noch in billigen Einsteigerserien anzubieten. Ich persönlich halte das für einen Fehler, denn so angriffslustig auf den Punkt wie diese hier, habe ich noch keine 11" klingen gehört.

Diese Trommel kann auch sehr gut mit der Co04 kombiniert werden.

 

Weitere Infos zum Hersteller gibt es unter den Fotos.

 

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Weitere Informationen zu RAUL/BAUER:

Die Firma RAUL wurde 1984 von den Freunden Raul Serpeloni & Paulo Bauer ins Leben gerufen und die Congas wurden ab ca. 1990 auch in Europa vertrieben. Zuerst gab es nur eine Serie, nämlich die hier angebotene "Standard" (später auch "Dry & Warm"). Zu Beginn der 90er kam eine weitere Serie hinzu - "Bright & Open". Diese war ein paar cm höher und wurde in einem dunkel gebeizten Finish ausgeliefert, war aber ansonsten baugleich.

1995 verließ Raul Serpeloni die Firma (jedenfalls war das die Information auf BAUERs Website, als es die noch gab) und ab diesem Zeitpunkt spielten Paulo Bauers Kinder (Ricardo & Adriana) eine größere Rolle. Damit kam es auch zur Umbenennung von RAUL in BAUER. Die letzten, die "nur" RAUL hießen, kamen 1998 auf den Markt. Ungefähr aus dieser Zeit stammt auch die Übergangsserie mit dem Aufdruck "RAUL by BAUER". Diese war jedoch noch absolut baugleich mit den alten RAUL Dry & Warm. Die Bright & Open Reihe verschwand mit dem Übergang wieder.

Bei BAUER wurden dann etwas später die Kessel ein wenig dicker (vor allem bei den größeren Durchmessern) und die Congafüße wurden mit Gummiringen versehen. Davon abgesehen änderte sich erstmal wenig. Es wurden weiterhin massive Zedernholzdauben verwendet und auch die robuste Hardware und die überdurchschnittliche Fellqualität blieben erhalten. Im nächsten Schritt rutschten die bisher üblichen, tief sitzenden Bäuche ein wenig nach oben und BAUER verabschiedete sich von der alten Bauweise mit stabilisierender, genieteter Seele (Alma) unter der Fellauflage. An ihre Stelle trat eine Fiberglasbeschichtung im oberen Bereich der Innenseite.

Ab 2003 kamen neue Serien auf den Markt mit Namen wie "Lite" (aus leichterem Holz), "Vintage" (wieder mit traditionellen Spannreifen) oder "World Beat" (eine günstigere Serie mit schwarzer Hardware, die mit der Qualität aus RAUL-Tagen eher wenig zu tun hat). Auch die Spannböcke/Sidepaltes wurden nun teilweise kleiner.

 

In der Zeit um 2007 wurde es dann ganz bitter, denn es wurden anscheinend unzureichend abgelagerte Hölzer für den Kesselbau verwendet, was dazu führte, dass es zu zahlreichen Kesselrissen bei relativ neu gekauften Congas kam. Diese waren häufig auch so grob, dass sie kaum reparierbar waren. Im Außenbereich platzte das Holz mehrere Millimeter weit auseinander, blieb aber an der Innenkante zusammen. Dadurch war ein pressendes Leimen nicht möglich.

Durch diesen Patzer hat sich BAUER quasi selbst vom europäischen Markt geschossen.

Die Händler strichen wegen ständiger Beschwerden die Congas aus ihrem Sortiment und heute kann man quasi nirgends mehr in Europa neue BAUER Instrumente kaufen.

Die BAUER Website war noch 2020 online. Leute, die dort Ersatzteile besorgen wollten, haben mir aber berichtet, dass es ihnen nicht gelungen ist. Es blieb wohl bei ewigen Mailschreibereien ohne Ergebnis. Mittlerweile ist die Website verschwunden. Schade eigentlich!

 

Zu BAUER bleibt also festzuhalten:

Es gibt sehr unterschiedliche Qualitäten. Die ersten sind nahezu identisch mit RAUL. Später muss man aufpassen, aber eine Conga, die in der ersten Zeit keine Trocknungsrisse bekommen hat, wird 10 Jahre später auch keine mehr bekommen. Man ist also heute wieder auf der sicheren Seite.

 

Die Qualität der Felle blieb auch unter dem neuen Namen auf sehr hohem Niveau.